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Pilze
Nach
Tschernobyl waren Pilze lange Zeit mit Vorsicht zu genießen. Sie
galten als Träger von Umweltgiften wie Cäsium oder anderen Schwermetallen.
Diese Zeiten sind vorbei, und vor Umweltgiften in Pilzen wird nicht
mehr gewarnt. Dies gilt umso mehr, da nach neuesten Erkenntnissen
mehr als 90% der Schadstoffe bei der Zubereitung und Verarbeitung
ausgeschwemmt werden.
Pilze
sind gesund
In
China kennt man die heilende Wirkung der Pilze schon seit jeher.
Dieses Wissen, das bei uns noch im Mittelalter bekannt war, ging
fast gänzlich verloren. Nach alten Arzneibüchern verwendete man
z.B. die Stinkmorchel gegen die Gicht. Der "Echte Zunderschwamm"
wurde zur Blutstillung und der Hallimasch als Abführmittel verwendet.
Eine Bereicherung unseres Lebens ist das Pilze sammeln allemal:
ein intensives Naturerlebnis, dem ein Erfolgserlebnis folgt, wenn
man mit wohlgefülltem Pilzkorb nach Hause kommt und das Geschmackserlebnis,
wenn man seine Funde delikat zubereitet.
Trotz
all der gesundheitsfördernden Eigenschaft sind die Gefahren einer
Pilzvergiftung nicht außer acht zu lassen. Obwohl ca. 85% aller
gemeldeten Pilzvergiftungen von nur einer Pilzart verursacht werden,
dem Knollenblätterpilz, lassen Sie lieber die Finger von allen nicht
100% bekannten Pilzsorten. Den bereits ein giftiger Pilz im Korb
kann die komplette "Ernte" verderben.
Die
verbreiteten Allgemeinregeln zum Erkennen von Giftpilzen, wie zum
Beispiel der anlaufende Silberlöffel oder die mitgekochte Zwiebel
sind schlechtweg Unsinn und gehören ins Reich der Fabeln. Bei den
ersten Anzeichen einer Vergiftung konsultieren Sie bitte unverzüglich
Ihren Arzt.
Der
Spruch: "Alle Pilze sind essbar, aber manche nur einmal." Sollte
Sie nicht abschrecken, sondern nur zur Vorsicht ermahnen. Der geeignete
Sammelbehälter für Pilze ist ein geflochtener Weidenkorb. Hier kann
das Sammelgut luftig gelagert und vor übermäßigem Schwitzen bewahrt
werden. Auch ein feinmaschiges Einkaufsnetz leistet hierzu gute
Dienste. Zum Sammeln eignet sich ein kleines Messer, mit dem man
den Fruchtkörper vorsichtig aus dem Boden hebeln bzw. abschneiden
kann. Um die Vermehrung der Pilze nicht zu stören, sollte das Erdreich
nicht aufgewühlt werden. Auch sollte die erste Reinigung bereits
im Wald erfolgen, Erde und Humus gehören in den Wald und nicht in
die Küche.
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Eichenrotkappe
(Leccinum quercinum)
Speisewert:
essbar/gut
Vorkommen: Im Laubwald, meistens unter Eichen oder Buchen.
August bis Oktober
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Judasohr
(Auricularia auricula-judae)
Speisewert:
essbar Vorkommen: Auf abgestorbenem Laubholz. Vor allem Holunder
und Ahorn. Ganzjährig zu finden
Aussehen: Kappe: Wie eine Ohrmuschel, seitlich abstehend.
Ø 3-6cm
Besonderheit: Das Judasohr ist auch mit der Bezeichnung "Hollunder
Schwamm" bekannt. Passage aus dem Kräuterbuch von A. Lonicerus im
Jahr 1679: "Hollunder schwämme löschen und trucken nieder allerlei
Hiz und Geschwulst, zuvor in Rosenwasser oder Wein gewicht und übergelegt."
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Hallimasch
(Armillaria mellea s.l.)
Speisewert:
essbar/gut
Vorkommen: An lebendem und abgestorbenem Laub- und Nadelholz.
September bis November
Aussehen: Kappe: Fleischbräunlich, mit schwärzlichen oder
bräunlichen feinen abwischbaren Schüppchen, es überwiegen bräunliche
Farbtöne. Ø 3-10cm Stiel: Langfasrig, mit abstehendem häutigem
weißlichen Ring.
Besonderheit: Der Hallimasch ist im rohem Zustand schwach
giftig. Deshalb immer vor Verzehr abkochen
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Maronenröhrling
(Xerocomus badius)
Speisewert:
essbar/gut
Vorkommen: Am häufigsten im Nadelwald, unter Kiefern oder
Fichten. Juni bis November
Aussehen: Kappe: Dunkelbraun, wie die Farben der Eßkastanien
(Maronen), feinsamig matt und trocken. Ø 5-10cm Stiel: Bräunlich
oder gelbbräunlich, gemasert und vollfleischig
Besonderheit: Der Maronenröhrling ist ein ausgezeichneter
Speisepilz, der dem Steinpilz in nichts nachsteht
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Parasol
(Macrolepiota procera)
Speisewert:
essbar/gut
Vorkommen: An lichten Waldstellen und Wegrändern. Juli bis
November
Aussehen: Kappe: Cremeweißlich mit bräunlich abstehenden
Schuppen. Ø 10-30cm Stiel: Bräunlich genattert mit doppelten im
Alter verschiebbarem Stiel
Besonderheit: Paniert als Schnitzel zubereitet schmeckt die
Kappe ausgezeichnet
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Mehlräsling
(Clitopilus prunulus)
Speisewert:
essbar/gut
Vorkommen: An lichten grasigen Stellen. Juli bis Oktober
Aussehen: Kappe: Rein weiß, Oberfläche matt und trocken.
Ø 4-10cm Stiel: Weiß, meist recht kurz und gekrümmt
Besonderheit: Der Mehlräsling ist zwar ein guter Speisepilz,
doch das Sammeln ist nur Kennern zu empfehlen. Nur zu leicht kann
eine Verwechslung mit dem weißlichen Trichterling unterlaufen.
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Steinpilz
(Boletus edulis)
Speisewert:
essbar/sehr gut
Vorkommen: Im Nadelwald, vor allem unter Fichten, gern auf
saure Böden. August bis November
Aussehen: Kappe: Hasel- bis rotbraun. Junge Exemplare fast
weißlich. Ø 6-20cm Stiel: Weißlich, beige oder blaß bräunlich, meist
dickbauchig.
Besonderheit: Obwohl bei jedem Sammler beliebt, kann der
Steinpilz in manchen Jahren in Massen auftreten
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Pfifferling
(Cantharellus cibarius)
Speisewert:
essbar/gut
Vorkommen: Im Laub- und Nadelholz, vor allem unter Kiefern
und Fichten Juni bis Oktober
Aussehen: Kappe: Eigelb bis orangebräunlich, später in der
Mitte trichterförmig vertieft Ø 2-6cm Stiel: Eigelb, oft ziemlich
kurz
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Speisemorchel
(Morchella esculenta)
Speisewert:
essbar/gut
Vorkommen: An lichten Stellen in Laub- und Mischwäldern,
in Auwäldern und unter Eschen. April bis Mai
Aussehen: Kappe: Walzenförmig, rundlich oder breit kegelförmig,
mit unregelmäßigen wabenartigen Vertiefungen. Höhe: 3-25cm Stiel:
Weißlich bis ockerfarben mit kahler Oberfläche
Besonderheit: Rohe Morcheln sollten nicht verzehrt werden
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Riesenchampignon
(Agaricus augustus)
Speisewert:
essbar/gut
Vorkommen: An lichten Stellen in Nadel- und Mischwäldern.
August bis Oktober
Aussehen: Kappe: Dunklere Schuppen auf hellen, weißlichen
bis gelblichen Untergrund Ø 10-25cm Stiel: Weiß, später gelblich
mit großem, hängendem Ring
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Knollenblätterpilz
(Amanita phalloides)
Speisewert:
äußerst giftig
Vorkommen: In Laubwäldern, selten in Nadelwäldern, tritt
auch in Parkanlagen auf! Juni bis September
Aussehen: Kappe: Verschiedene Gelb oder braungrüne Farbtöne,
bei feuchtem Wetter klebrig. Ø 4-12cm Stiel: Stets mit deutlicher
grünlicher oder gelbgrünlicher Natterung, Ring weiß, Basis
knollig. Süßlicher, an Kunsthonig erinnernd Geruch. Im Alter
widerlich.
Besonderheit: Ca. 85% aller Pilzvergiftungen verursacht der
Knollenblätterpilz. Diesen gefährlichen Vertreter seiner Art sollte
jeder kennen.
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